Hallo 2016

Ich wünsche allen ein ganz tolles 2016, viel Glück, Erfolg und Gesundheit.

Man kann wohl sagen, 2015 war nicht wirklich mein Jahr. „Läuft nicht“, hatte Melanie es im August beschrieben. Die Bereiche in denen ich Pech hatte sind es nicht mehr Wert aufzuzählen, der Tumor überhschattet alles. Auch heute, gute 4 Monate nach der Diagnose, schläft man mit Gedanken zum Tumor ein, wacht mit diesen in der Nacht auf, und überlegt sich, ob man alles richtig macht am Frühstückstisch. Ich kann wohl definitiv behaupten, dass es keine Stunde mehr in meinem Leben gibt, in der ich nicht über meine Erkrankung nachdenke. Ich zweifel, ob ich genug tue oder mich noch viel mehr einarbeiten sollte. Ich überlege, ob die eingeschlagenen Therapien die best möglichen für mich sind. Ich denke über das Leben und häufig über den Tod nach. Auf die Frage „wie geht es dir“ kann ich fast immer mit „stabil“ antworten, was mich und den Fragenden häufig beruhigt. Ich bin froh, dass ich mich trotz der schlimmsten aller Diagnosen, noch wohl fühlen kann.

Kaum ausdrücken kann ich meine Dankbarkeit für diverse Aktionen, die ich von so vielen Seiten in 2015 erfahren habe. Die Anteilnahme, die Hilfsangebote und die von mir in Anspruch genommene Arbeit waren hoch. Ich bin täglich sehr froh, dass ich solche Freunde habe! Im Übrigen, es haben sich nicht wie man so oft denkt, die wahren von den falschen Freunden gezeigt – ich habe bisher ausschließich positive Erfahrungen gemacht.

Danke Haende

Persönlich hätte ich in der anderen Position auch geholfen – aber ich hätte nie gewusst wie ich mein Angebot hätte ausdrücken sollen. Vielleicht, hätte ich mich bei „ehemaligen, früheren“ Freunden noch nicht einmal mehr gemeldet aber wäre zur Hilfe dennoch bereit. Um so mehr danke ich allen, die mir zur Seite stehen und denen, die sich überwunden hatten. Ich glaube, jemanden mit einer statistisch so kurzen Lebenserwartung anzusprechen, fällt vielen schwer. Die Worte bleiben auf beiden Seiten aus oder sind nur sehr schwer zu finden.

Seit heute ist der dritte Chemo-Zyklus angelaufen. Leider habe ich die Tabeltten nicht vertragen und musste mich heute schon 2x übergeben. Ich hoffe, morgen wird es besser.

Optune, die TTField Therapie auf meinem Kopf, ist mein ständiger Begleiter. Die neuen Geräte hatten leider einen Softwarebug, sodass die Geräte bei mir mehrfach nicht funktionierten und vorort ausgewechselt werden mussten. In Köln lief es wirklich hervorragend. 1 Uhr Nachts meine Meldung und um 2 Uhr stand der Techniker mit einem Austauschgerät bei mir bereit. Am zweiten Weihnachtstag in Zwickau musste ich allerdings 24 Stunden auf ein funktionierendes Gerät warten. Im Endeffekt scheint der Fehler nun gefunden und ich bin trotzdem froh zu einem der Ersten zu gehören, die die neue Generation nutzen dürfen – kein Vergleich mit der alten.

Zuversichtlich sehe ich den nächsten MRT Scan am 11.01 mit Ergebnissen zwei Tage später entgegen. Einen Termin für eine FET-PET Untersuchung ergattere ich hoffentlich auch noch im Januar. Wenn die Ergebnisse dann positiv ausfallen, dann … „läuft 2016“.