Darf man Ärzte hinterfragen …

Ich bin fest davon überzeugt, dass man in meiner Situation alles tun sollte um eine bestmögliche Behandlung zu erhalten – denn es könnte die letzte sein. Für mich, und zum Glück sehen das auch viele Ärzte die mich behandeln, gehört dazu sich selber fortzubilden und Zweitmeinungen einzuholen. Die Themenbereich sind vielfältig und so setze ich mich auseinander mit den unterschiedlichsten Therapien, mit der Möglichkeit in neue Studien aufgenommen zu werden und natürich mit der komplexen Ernährungsumstellung. Neben diesen Punkten versuche ich auch immer wieder die Medikation zu hinterfragen und mit den Ärzten zu diskutieren. Aktuelles Beispiel: Pantoprazol. Pantoprazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer, der zur Behandlung von Magengeschwüren eingesetzt wird. Bei mir wird er täglich vorsorglich gegeben – die sonstigen Medikamente könnten meinen Magen sonst zu stark schädigen.

Meine Recherche bzgl. Magenschoner brachte mich nun aber auf Cimetidin. Hier gibt es einige Untersuchungen, die diesem Präparat sogar eine Anti-Krebs-Wirkung nachweisen können. Die positiven Effekte von Cimetidin zur Rezidiv- und Metastasenprophylaxe sind gut dokumentiert. Es ist belegt worden, dass Cimetidin über verschiedene Mechanismen Krebswachstum hemmen kann. Da es sich um ein billiges, nicht mehr patentierfähiges Medikament handelt, wird es schwer, die klinischen Studien durchzuführen, die nötig wären, um es endgültig als Antikrebsmittel zu etablieren.

Zusammengefasst relativ gut in diesem PDF beschrieben: http://www.klinik-st-georg.de/fileadmin/publikationen/pub/Cimetidine.pdf.

Wenn man also einen Magenschoner durch einen weiteren, der auch noch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Anti-Krebs-Wirkung erbringt, austauschen kann – warum nicht. Ich sprach also direkt meine Ärztin im Klinikum an und nach einer kurzen Überprüfung von ihr stimmte sie mir zu und verschrieb Cimetidin. Ihr war die Anti-Krebs-Wirkung sogar bekannt aber viele Studien haben hier Magen- und Darmkrebs im Fokus gehabt. Das Glioblastom wurde jedoch in wenigen Studien auch positiv erwähnt. Ab heute nehme ich Cimetidin im Austausch zu Pantoprazol ein. Hoffentlich wieder einmal ein kleiner Schritt, der das große Ziel ein Stück näher kommen lässt.

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Zurück zum Punkt: Ja, ich denke man darf und sollte alles hinterfragen, wenig kritisieren sondern eher mit den gesammelten Informationen nachfragen stellen. Als Laie und trotz Suchmaschinen-Nutzung liegt man viel zu häufig falsch um vorzeitig sich ein festes Urteil bilden zu können. Insgesamt bin ich persönlich sehr positiv überrascht wie offen meine Ärzte mit meinen Ideen umgehen und wie ehrlich an die Kollegen verwiesen wird – sollte einmal der medizinische Sachverstand das falsche Fachgebiet betreffen.

Ein weiteres Beispiel von mir: Wie ich schon im Artikel Kortison vs. Weihrauch geschrieben hatte ist mir aufgefallen, dass mein „Wundermittel“ Kortision bei Optune (TTF Therapie) nicht eingesetzt werden sollten. Gestern sprach ich also auch meine behandelnde Ärztin in der Strahlentherapie darauf an und sie verwies mich direkt an Prof. Beuth vom Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität zu Köln. Heute stellte ich mich dort vor und war begeistert über das Institut, dem freundlichen Kollegen der mich beraten hat sowie dem KnowHow – was hier ja eindeutig auch deren Domäne ist. Kurz gesagt: Das mit dem Weihrauch darf ich starten und habe somit – sollte das Kortison „eigentlich“ doch noch benötigt werden – eine weitere Option in der Hinterhand. Das ist wirklich gut zu wissen! Morgen kläre ich es noch einmal mit den Schulmedizinern und gehe davon aus, dass es direkt startet.

Beide Beispiele zeigen, dass durch parallele Recherchen (in diesem Fall durch mich, allgemeiner durch den Patienten) Änderungen in der Medikation herbeigeführt werden können. Noch deutlicher wird es wenn ganze Therapien, bei mir Optune von Novocure, dann auf Eigeninitiative angestoßen werden. Insbesondere hier setze ich ja große Hoffnung in die Therapie. Ich kann daher wirklich nur allen Raten parallel sich zu erkundigen.

Ähnlich wichtig empfinde ich aber auch die Anmerung, dass es gerade bei den komplementären Behandlungsmethoden wirksamkeitsgeprüfte und nicht hinreichend wirksamkeitsgeprüfte Maßnahmen gibt. Teilweise muss man sogar vor den nicht hinreichend geprüften warnen – ich habe gerade heute über das vorzeitige und eindeutig auf die komplementäre Behandlung zurückzuführende Ableben einer Patientin erfahren. Zu den Maßnahmen in einem späteren Eintrag dann mehr.

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