Was verstehen die Kinder?

„Wie erklären wir die Situation unseren Kindern?“. Diese Frage stand nun eine längere Zeit im Raum und wir machten uns Gedanken was Zoe mitbekommt, was sie bedrücken könnte, was sie im Kindergarten erzählt und welche Gefühle sie hat. Mit ihren gut drei Jahren und unserer Erklärung, dass Papa „etwas im Kopf hat, was da nicht hingehört“ (im Übrigen der 1 zu 1 Wortlaut des Radiologen nach dem ersten MRT) scheint sie gut klar zu kommen. Sie fragt nach Arztterminen was gemacht wurde und warum die Ärzte die „Kartoffel“ (warum auch immer sie glaubt, da wäre eine Kartoffel) noch nicht herausholen konnten.

Zoes Kartoffel-OP
Zoes Kartoffel-OP

Wir erkennen keinerlei Belastung – eher im Gegensatz. Zoe hatte ihren Vater noch nie so intensiv und so viele Stunden wie in den letzten Wochen um sich … ich persönlich merke eine stärkere Bindung und auch diese trägt bei uns zu einer positiven Stimmung bei.

Professionell wurde uns auch über die Psychoonkologie, Haus LebensWert, der Uni-Klinik Hilfe über eine Kinderpsychologin angeboten. Privat kennen wir zudem auch eine Kinderpsychologin und nach reiflicher Überlegung und Absprache scheint diesbezüglich alles bisher bestens zu laufen … sollten wir Bedenken bekommen, werden wir Termine vereinbaren. Erst ohne Kind und sollte es nötig sein – als Kindertherapie. Linus mit seinem einem Jahr bekommt natürlich aktuell auch nur  „mehr Vater“ mit.

Kinder krebskranker Eltern haben es definitiv schwer und bei meiner Diagnose kann – ich möchte hoffen nicht zeitnah – auch eine ganz schlimme Situation sehr schnell eintreffen. Im Moment versuchen wir noch, dass Zoe die Krankheit nicht als zu große Bedrohung erfasst; auch nicht intuitiv. Melanie und ich sind zum Glück (!) weniger mit unseren eigenen Ängsten und Belastungen beschäftigt und wir erklären Zoe vieles kindgerecht. Zoe ist offen und fragt nach. Das scheint gut zu funktionieren. Noch ist es für uns keine Option die Kinder auf eine Situation ohne Vater vorzubereiten – laut Statistik viellecht nötig, laut Gefühl und Ermutigung einiger Ärzte – zu früh für uns.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s