Glioblastom – die “Standard-Behandlung“

Ich möchte noch einmal auf die „Standard-Behandlung“ des Glioblastoms eingehen und kann daran auch gut erklären wo ich mich befinde und was noch alles kommen wird und was ggf. auch nicht.

Wenn die Diagnose also auf das Glioblastom (GBM) hinweist, dann hatte man wirklich Pech. Bei über 200 Krebsarten hat man den Tumor erwischt, der allgemein als zumindest einer der bösartigsten gilt. Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist mit 15 Monaten selbst nach operativem Eingriff gering und wenn auch eine OP zur Entfernung des Tumors nicht möglich ist, dann geht man eher von Wochen als von Monaten im Durchschnitt aus. Leider ist dieses ja aktuell bei mir der Fall.

Die Diagnose kann allerdings nur gestellt werden, wenn ein operativer Eingriff (eine stereotaktische Hirnoperation) vorgenommen wird. Bei mir, konnte man zwar Proben des Tumors entnehmen jedoch nicht so gut an die Tumore (2 sind es bei mir schon) herankommen, dass eine möglichst große Entnahme klappen würde. Eine OP um den Tumor daher zumindest zu großen Teilen zu entfernen fällt daher aus.

Wenn nun also ein Glioblastom festgestellt wird (primäres Glioblastom), so wird in der Regel und insbesondere in Krebszentren nach dem “Stupp-Protokoll“ behandelt. Es besteht somit eine genaue Vorschrift, wie im Einzelnen vorzugehen ist. Nach meinen Erkenntnissen ist diese Vorschrift nahezu identisch in den meisten westlichen Ländern. Meine Kontakte in den USA bestätigten zumindest, dass sie identisch vorgehen würden. Die Ärztliche Leitlinien beschreiben das Schema als die Standard-Therapie für Glioblastome (Ärztliche Leitlinien zur Gliomtherapie).

Das Stupp-Protokoll beginnt nach der Operation des Tumors oder, wenn dieser nicht operabel ist direkt, und besteht aus folgenden Schritten:

  1. Operation mit anschließender Wartezeit (> 4 aber < 7 Wochen)
  2. Sechs Wochen Chemotherapie mit TMZ, gleichzeitig Bestrahlung (RT), zusammen auch als RCT (Radiochemotherapie) bezeichnet.
  3. Vier Wochen Pause zur Erholung.
  4. Sechs Zyklen TMZ ohne Bestrahlung, im 5/23 Zyklus (5 Tage TMZ, 23 Tage kein TMZ) also insg. 28 Tage Zyklen.
  • TMZ = Temozolomid = Temodal  = Temodar = Temcad
  • RT = Radiotherapie= Bestrahlung
  • Bei der Diagnose Tumor nicht operabel kann man prüfen, ob der Tumor mit Hilfe der Photodynamischen Therapie (PDT) entfernt werden kann. Das Verfahren ist bei den Tumoren einsetzbar, die gegen das übrige Gewebe gut abgegrenzt sind.

Kurz zu mir: Die OP zur Entfernung der Tumore (Punkt 1) konnte nicht durchgeführt werden und daher wurde direkt mit Punkt 2, der Radiochemotherapie, begonnen. Stand heute habe ich 23 Bestrahlungstage und 29 Chemotage hinter mir – 7 Bestrahlungen folgen noch. Bisher verläuft alles sehr gut und ich habe das Gefühl, dass die Tumore nicht mehr so stark drücken. Ich hoffe sehr, dass man in einem der nächsten MRTs sehen kann, dass die Tumore Dank der Radiochemotherapie erst einmal zurück gebildet haben. Danach wird die Erholung (Punkt 3) über 4 Wochen angesetzt. Und im Punkt 4 eine deutlich härtere Chemo über knapp 6 Monate begonnen.

Und nun wird es ernst … danach wartet man i.d.R. auf ein Rezidiv, also dem Wiederauftreten des Tumors bzw. dem Anwachsen dessen, der Entstehung des Tumors an anderen Stellen etc.

Falls also ein Rezidiv auftritt, egal ob während der Standardbehandlung oder danach, ist keine Standardtherapie mehr definiert. Im Rezidiv sind alle Behandlungen „Individuelle Heilbehandlungen“ vorgesehen. Der Arzt erarbeitet dafür aufgrund seiner persönlichen Einschätzung für das individuelle Krankheitsbild einen Behandlungsvorschlag. Die ärztlichen Leitlinien empfehlen, den Einsatz einer Operation, von Chemotherapie und erneuter Bestrahlung zu prüfen.

Nicht vergessen darf man aber, dass die Rezidiv-Behandlung ungleich schwerer ist, als die eines primären Glioblastoms. Ich habe nun schon oft gehört, dass Medikamente nicht mehr anschlagen und das Rezidiv i. d. R. dann zum Tode führte.

So sieht also erst einmal die Standardbehandlung aus und ich muss sagen, das reicht nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Patient hier eine sehr große Mitwirkungspflicht (schon im Eigeninteresse) mitbringen sollte um nach parallelen Therapien Ausschau zu halten. Viele haben davon ggf. noch nicht die vorgeschriebenen Studien absolviert, jedoch aufgrund bisheriger klinischer Erfahrungen eine potentielle Aussicht auf Heilung des Patienten. Einige Ansätze habe ich ja hier schon erwähnt. Aktuell versuche ich an viele Informationen über weitere „Therapien“ zu gelangen.

ACHTUNG: Die folgende Tabelle wird von mir aktualisiert. Sie ist daher nicht mehr auf dem Stand der initialen Erstellung dieses Beitrags sondern im Zweifelsfall aktuell 🙂

Für mich schon entschieden, gestartet oder in der Vorbereitung:

In meiner aktuellen Analyse:

Schon ausgeschieden, wenn sich die mir zur Verfügung stehenden Informationen nicht noch drastisch ändern:

  • EBC-46 -> Grund: Ich komme aktuell nicht in die Studie und diese wird zur Zeit nur im Ausland durchgeführt
  • Immuntherapie -> Grund: Aktuell keine Studie in die ich aufgenommen werden könnte – keine Immuntherapiestudie für die Erstdiagnose eines Glioblastoms
  • „Strikte“ ketogene Ernährung -> Grund: Basische Ernährung wird durchgeführt.
  • GAPVAC Therapie -> Grund: leider aktuell keine Möglichkeit in die Studie zu kommen
  • B17 – Amygdalin -> Grund: Zu gefährlich, offizielle Warnungen und zudem nicht wissenschaftlich belegt

Wichtig: Ich möchte hier keineswegs Empfehlungen ausgeben sondern nur zeigen, welchen Weg ich beschreite. Wenn ich z. B. von „ausgeschieden“ spreche, so kann es u. U. auch Gründe in Richtung „zu komplex für mich“, „wurde nicht angenommen“ etc. haben. Es spiegelt also nicht zwangsweise die Meinung „wird nicht funktionieren“ wieder.

Hier noch eine Hilfe zur Entscheidung für eine Behandlung.

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3 Gedanken zu “Glioblastom – die “Standard-Behandlung“

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