Zuversicht durch neue Studie – Optune

Dank der Kontakte in die USA sowie zu mehreren Tumor-Zentren in Deutschland konnte ich mich in der Vergangenheit intensiv über meinen Tumor und die aktuell durchgeführte Behandlung unterhalten. Alleine dafür verspüre ich unheimlich große Dankbarkeit – in den Gesprächen wurde i. d. R. nämlich meine Therapie bestätigt. Leichte Abweichungen, z. B. in der Medikation, konnte ich so mit meinen Ärzten am Universitätsklinikum besprechen.

Mein Tumor, Glioblastoma multiforme oder kurz GBM, bietet leider nun einmal eine schlechte Prognose. Glioblastome zeigen ein ausgesprochen infiltratives Wachstum und die Standardtherapie ist seit nahezu 10 Jahren identisch: eine operative Tumormassenreduktion mit anschließender Bestrahlung und Chemotherapie. Bei mir ist nun leider die OP zur Reduktion der Tumormasse aufgrund der Lage der beiden Tumorherde nicht möglich gewesen und so wurde zeitnah nach der Diagnose mit der Bestrahlung und der Chemotherapie bei mir begonnen. Nach diesen Behandlungen (6 Wochen) werde ich einen Monat eine Pause einlegen müssen damit sich mein Körper erholen kann. Es folgen dann weitere, bis zu 6, Zyklen einer harten Chemo. Leider, gibt es danach keine weitere Standardbehandlung und der Tumor kann jederzeit ausbrechen.

Die Aussichten sind daher nicht wirklich günstig für mich und so bin ich extrem interessiert an Behandlungen, die parallel durchgeführt werden können. Was ich schon alles parallel durchführe:

  • Psychische Stabilität u. a. durch Gespräche mit Psychologen die sich ausschließlich auf krebskranke Patienten spezialisiert haben und im Prozess am Uni-Klinikum eigebunden sind.
  • Nutzung der Palliativmedizin (Die Palliativmedizin widmet sich unheilbar kranken Menschen mit fortgeschrittenem Leiden unabhängig von der Diagnose. Sie trägt dazu bei, dem Schwerkranken ein lebenswertes Leben zu ermöglichen. Sie unterstützt auch die Angehörigen der Schwerstkranken. Dies erfordert eine möglichst ganzheitliche, individuelle Behandlung, Pflege und Begleitung zur Linderung der körperlichen Beschwerden und Unterstützung auf psychischer, spiritueller und sozialer Ebene.)
  • Ganzheitliche Ernährungsumstellung
  • Biologische Krebstherapie über ein Kölner Ärzteteam
  • Eruierung homöopathischer Ansätze
  • Eruierung von „Heilungsansätzen“ über z. B. Vitamin C und der B17 Nutzung
  • Eruierung immuntherapeutische Ansätze

Die oben angesprochenen Fachgespräche über die mir zur Verfügung stehenden Expertenkontakte fokussierten bei der Fragestellung zusätzlicher Therapien insbesondere die Möglichkeit der Tumor treating fields (TTFields). Ich war also sehr interessiert an dieser Methodik und habe mich eingearbeitet.

Krebszellen teilen sich rasch auf unkontrollierte Weise. Wenn sie sich teilen, bilden Krebszellen einer Raumforderung oder einen Tumor. TTFiels bzw. die Lösung Optune ist eine nicht invasive regionale Therapie, die gezielt an die sich teilenden Krebszellen im Gehirn abgegeben wird. Hierbei werden „wellenförmige“ elektrische Wechselfelder, die sogenannten Tumortherapiefelder (TTFields), abgegeben. Die TTFields breiten sich über den oberen Teil des Gehirns in verschiedene Richtungen aus und können die Teilung der Krebszellen des rezidivierenden Glioblastoms verlangsamen oder aufhalten.

Die Behandlung mit TTFields wird gezielt über direkt auf der Kopfhaut platzierte Haftpflaster mit Keramik-Gelpads, die „Transducer-Arrays“, an den rezidivierenden Glioblastom-Tumor verabreicht.

TTFiels auf dem Kopf. Quelle: https://www.optune.com/deutsch/therapie.aspx
TTFiels auf dem Kopf. Quelle: https://www.optune.com/deutsch/therapie.aspx

Diese Methodik kommt meinen Wünschen einer perfekten Therapie sehr nahe. Zum einen wird der Körper nicht durch starke Medikamente belastet zum anderen kann ich den biologisch-technischen Vorgang gut nachvollziehen.

Schon sehr früh nach der Diagnose habe ich also Kontakt zu dem Hersteller, Novocure, der Geräte aufgenommen. Es zeichnete sich ab, dass die Entwicklung schon seit 10 Jahren betrieben wird und noch immer Studien laufen. Mein Wunsch, in eine solche Studie aufgenommen zu werden, ist an unterschiedlichen Bedingungen geknüpft. Zum einen muss man natürlich vom Tumor und den Rahmenbedingungen her passen (Zeitraum der Diagnose, bisherige Behandlungen etc.) aber die TTFields müssen auch technisch anwendbar sein. Trotz der schlechten Lage der Tumore (eine Operation ist daher ja nicht möglich) scheint es dennoch so zu sein, dass die Anwendung der TTFields bei mir möglich ist. Der Medical Director Europe hat sich hervorragend um mich gekümmert und die MRT Bilder dazu analysiert. Vermutlich ein Glücksfall, eine neue Studie soll nun die TTField-Anwendung bei Patienten in genau meinem Status untersuchen.

Nach einigen Gesprächen und in enger Zusammenarbeit mit meinen Ärzten am Universitätsklinikum sowie Novocure habe ich die Bestätigung erhalten, an dieser Studie teilnehmen zu dürfen!

Hervorragend! Bei mir wird sie nach der Bestrahlung und der ersten Chemo (endet am 07.09.2015) sowie dem Pausenmonat, der bis zum 07.10.2015 geht, beginnen.

In der Zwischenzeit fand die jährliche Tumorkonferrenz in Chicago statt. Bei dieser wurden diverse Studien vorgestellt und es zeigte sich, dass ausschließlich die TTFields einen signifikanten Vorteil in der Bekämpfung des Glioblastoms haben. Der Durchschnitt in der Verlängerung der Lebenszeit beträgt hier über alle 700 Kandidaten drei Monate. Das mag erst einmal nicht viel erscheinen – Ausreißer nach oben gibt es jedoch auch.

Anbei hänge ich die besagte Studie:

4 Gedanken zu “Zuversicht durch neue Studie – Optune

  1. Glückwunsch Patrik – für die Teilnahme an der Studie. Immer positiv denken (obwohl es manchmal sehr schwer fällt. So wie Du kämpfst wirst du auch Erfolg haben. Weiter so…..
    Liebe Grüße Helga

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